Blick hinter die Kulissen

Info-Video: “Wie Geschichte entsteht”


Screenshot Prof. Dr. Hubert Wolf Von der Literaturrecherche über das Durchforsten von Findmitteln und Akten bis zum Entziffern alter Handschriften – wie arbeitsintensiv die Geschichtsforschung ist, bleibt der Öffentlichkeit oft verborgen. Viele wissen zu wenig darüber, wie Geschichtsschreibung in Archiven entsteht, beklagt der Kirchenhistoriker Prof. Dr. Hubert Wolf von der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Der dortige Exzellenzcluster “Religion und Politik” hat daher einen Info-Film erstellt.

Die Begeisterung für historische Themen in der Bevölkerung sei zwar groß, so Wolf weiter. Doch “welch harte Knochenarbeit in der Geschichtsforschung steckt, das glauben die Leute kaum”. Für einen kurzen Absatz in einem Geschichtsbuch habe so mancher Historiker teilweise wochenlang im Archiv geforscht. In dem online verfügbaren Film “Wie Geschichte entsteht” berichtet Wolf von seinen Recherchen und Funden in den vatikanischen Archiven, etwa über den überraschenden Umgang der Indexkongregation mit Adolf Hitlers “Mein Kampf” und Karl Mays “Winnetou III”. Doch bevor es zu Erkenntnissen wie diesen kommt, liegen vor den Historikern Berge von Akten, wie das Video zeigt.

Das Video bei YouTube: “Wie Geschichte entsteht”


(Quelle: YouTube)

In dem kurzen Film ist auch die Frühneuzeit-Historikerin Dr. Iris Fleßenkämper zu sehen. Sie erforscht am Beispiel der Grafschaft Lippe, wie weltliche und geistliche Gerichte mit Ehestreit im 17. Jahrhundert umgingen. “Die Quellenarbeit der Historiker ist wie eine Detektivarbeit”, sagt die Wissenschaftlerin. “Man sucht zunächst einzelne historische Beispiele als Indizien. Fügt man die Einzelfälle zusammen, lässt sich ein bestimmtes Phänomen belegen. Lassen sich mehrere dieser Phänomene belegen, können Historiker auf größere Zusammenhänge schließen und Theorien entwickeln.”

Neben YouTube findet sich das Video sowie weiterführende Informationen dazu auch auf der Webseite des Münsteraner Exzellenzclusters: Die Deutschen wissen zu wenig über Geschichtsforschung

Quelle: Universität Münster (gefunden via archivalia)
Bild: Video-Screenshot bei YouTube
(Ende) geschichtskombinat.de/05.06.2012/mar


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