Porträt einer Unternehmerfamilie

Deutsche Dynastien im TV: “Die Opels”


Kleiner TV-Tipp: Am Montag, 30. April 2012, zeigt das Erste in der Reihe “Deutsche Dynastien” eine Dokumentation über “Die Opels”. Nur dreißig Jahre lang, von 1899 bis 1929, baute die Familie Opel Autos. Dennoch hat die Familie in dieser kurzen Zeit wesentlich dazu beigetragen, Deutschland nachhaltig zu verändern: Aus einem Luxusgut für Millionäre wurde ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand, der die individuelle Massenmobilität ermöglichte.

Fernseher, TV-Tipp Aller Anfang war schwer: Der Beginn der Autoproduktion bei Opel war eine Katastrophe. Die neue Sparte fraß sämtliche Gewinne aus der Nähmaschinen- und Fahrradproduktion auf. Erst in den 1920er Jahren wurde das Unternehmen zum größten und modernsten deutschen Automobilehersteller. Doch auf dem Höhepunkt des Erfolgs verkaufte Wilhelm von Opel die Firma 1929 an General Motors. Ein Schock für die deutsche Öffentlichkeit, hatte doch Opel damals einen Klang wie Krupp oder Siemens und galt als nationales Kulturgut. Der Verkaufsgrund blieb ein Rätsel, die Öffentlichkeit spekulierte wild, witterte Vaterlandsverrat. Die Familie schwieg dazu über Jahrzehnte, erst viel später wurde bekannt: Wilhelm von Opel traute seinem Sohn Fritz die verantwortungsvolle Firmenführung nicht zu. Der Verkauf war also schlicht durch ein Nachfolgerproblem begründet.

In “Deutsche Dynastien: Die Opels” erzählen Familiemitglieder der Opels, wie sie mit ihrem Autowerk die deutsche Gesellschaft nachhaltig revolutionierten. Sie berichten aber auch kritisch, wie der Erfolg das Leben der Familie selbst veränderte. Als die Familie 1929 das Werk verkaufte, gehörten die Opels zu den neun reichsten Familien Deutschlands. Das Geld brachte Glamour – ein berühmtes Familienmitglied war der Playboy Gunter Sachs, seine Mutter eine geborene Opel. Der Reichtum stellte für einige Opels aber auch eine große Herausforderung dar, an der sie zu scheitern drohten.

“Deutsche Dynastien: Die Opels”, ein Film von Manfred Oldenburg, zu sehen (leider mal wieder erst spät Abends) am 30. April 2012, 23.45 bis 00.30 Uhr, in der ARD – und danach vermutlich für einige Wochen noch in der Mediathek.

Quelle: Das Erste
Bild: aboutpixel.de / Peter Schuster
(Ende) geschichtskombinat/19.04.2012/mar


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